Da wir keinen rein wissenschaftlichen Blog schreiben, möchten wir bewusst auf die Beteiligung am wissenschaftlichen Diskurs verzichten, der sich zu diesem Thema und seinen Begrifflichkeiten wie „neurodivers“, „neurodivergent“ und „neurotypisch“ ergeben hat.
Wir möchten in erster Linie zum Ausdruck bringen, dass die menschliche Vielfalt bemerkenswert ist, so auch hinsichtlich ihrer neurologischen Beschaffenheit.
Daher orientieren wir uns am ursprünglichen Begriff der Neurodiversität und seiner Definition, der Menschen beschreibt, die sich durch ein reizoffeneres und differenzierteres Nervensystem von neurotypischen Menschen unterscheiden. Dieser Unterschied drückt sich auch darin aus, dass neurodiverse Menschen Informationen anders wahrnehmen und verarbeiten, als das Menschen mit neurotypischen Eigenschaften tun.
Beide – ob neurodivers oder neurotypisch – beruhen auf genetischen Veranlagungen und bringen sowohl Stärken als auch Herausforderungen mit sich.
Neurodiversität – eine neurobiologische Vielfalt der menschlichen Natur
Zu Neurodiversität zählen u.a. Hochsensibilität (HS), Hochsensitivität (HSN), Hochbegabung (HB), Vielbegabung (VB), Autismus-Spektrum (AT) und Synästhesie (ST).
ADHS, ADS, Dyskalkulie, Legasthenie, Dyspraxie und Tourette-Syndrom gehören ebenfalls dazu und werden in einzelnen Posts näher beleuchtet.
All diese Veranlagungen sind Teil einer neurobiologisch vielfältigen Natur – von uns liebevoll Neuros genannt – einfach weil Menschen so geboren werden.
Die australische Sozialwissenschaftlerin Judy Singer prägte den Begriff Neurodiversität in den 90er Jahren maßgeblich mit. Sie wollte damit erreichen, dass neurologische Unterschiede im Menschen genauso akzeptiert werden wie z.B. Unterschiede in der Körpergröße oder Hautfarbe.
Neurodiverse Eigenschaften also weiterhin zu pathologisieren, nur weil sie noch nicht gesellschaftlich akzeptiert sind, ist weder richtig noch notwendig. Manche davon, wie z.B. Hochsensibilität, Synesthäsie und Hochbegabung fallen, auch wissenschfaltlich gesehen, längst nicht mehr in die Kategorie einer Erkrankung. Andere Veranlagungen – wie bspw. Autismus, AD(H)S oder Tourette – gehören ebensowenig in diese Schublade.
Wir selbst befassen uns seit beinahe zwei Jahrzehnten mit diesem Thema und haben uns schließlich dazu entschieden darüber zu schreiben. Zum einen, weil viele unserer Klienten, Teammitglieder, Freunde, wir selbst und unsere Familienmitglieder einige dieser Veranlagungen haben. Zum anderen, weil wir festegestellt haben, dass die meisten sich ihrer Veranlagungen gar nicht bewusst sind und wenn doch, nicht viel darüber wissen.
Erkennst du dich wieder?
Wenn du Fragen dazu hast, schreibe uns gerne.
Buchempfehlungen:
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Barbara Sawitza u. Germanus Piegsda: Das Handbuch für Hochsensible: Ein Arbeitsbuch für die optimale Nutzung der Gabe Hochsensitivität (für Fortgeschrittene zum Thema Hochsensitivität)
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Dr. Judith Orloff: Emotional Freedom, Second Sight (zum Thema Hochsensitivität und Empathen)
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Dr. Elaine Aron: Sind Sie hoch-sensibel? (zum Thema Hochsensibilität)
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Barbara Sher: Du musst Dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast (zum Thema Vielbegabung)
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Lorenz Wagner: Der Junge, der zu viel fühlte. Wie ein weltbekannter Hirnforscher und sein Sohn unser Bild von Autisten für immer verändern. Und Naoki Higashida: Warum ich euch nicht in die Augen schauen kann: Ein autistischer Junge erklärt seine Welt (zum Thema Autismus) – (Das 2. Buch haben wir auf Empfehlung hin aufgeführt, es selbst aber noch nicht gelesen.)
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Andrea Schwiebert: Kluge Köpfe, krumme Wege? Wie Hochbegabte den passenden Berufsweg finden (zum Thema Hochbegabung)
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Hinderk M. Emrich: Ist mein Blau dein Blau? Neurophilosophische Überlegungen zur Synästhesie (zum Theme Synästhesie)





